Gericht Tecklenburg

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Amtsgericht Tecklenburg, Gerichtswesen im Münsterland, Grafschaft Tecklenburg: In oft kurzen Zeitabschnitten erlebten wir im Münsterland unterschiedliche, oft gegensätzliche politische Systeme: Feudalismus, Einzug der Moderne unter Napoleon, preußisches Kaiserreich, Weimar, NS-Staat, Besatzungsregime die Bundesrepublik. Dabei wurden Rechtsordnungen wie Wäschestücke gewechselt. Was blieb waren die Juristen und nahezu sämtliche Führungsstäbe des jeweiligen Systems, auch auf der regionalen Ebene.

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Zeitschiene vor 1803

Tecklenburg erhielt 1388 Stadtrecht. 1702 wurde die Grafschaft Tecklenburg an Preußen abgetreten.

Rechtsgrundlage

Allgemeines Recht

  • Allgemeines Landrecht für Lingen und Tecklenburg (u.a. die Holz-, Forst-, Jagd- und Grenzordnung von 1738)
  • Lokale Weistümer

Markenrecht

  • Lokal, sich zeitlich entwickelnde unterschiedliche Markenrechte.

Regionalgerichte

Tecklenburg unterstand dem Landesjustizkollegium der Lingen-Tecklenburgischen Regierung in Lingen, die in Tecklenburg wegen der räumlichen Entfernung einen "Deputatus perpetuus" unterhielt. Leiter dieser Nebenstelle war in dem letzten Jahrzehnt vor I806 der Justizrat Mettingh. [1]

Zeitschiene nach 1802

Französische Zeit

Vor die Tribunale gehörten alle streitigen Eigentumsklagen, die nicht von den Friedensrichtern verglichen werden konnten, oder in denen nicht der Präfekturrat zu erkennen hatte. Sie behandelten gleichzeitig die korrektionellen Gegenstände bis zu Strafen von fünf Jahren Gefängnis und streitige Handelssachen.

Preußische Gerichtsbarkeit

Im Jahre 1815 wurde Tecklenburg Sitz eines Land- und Stadtgerichts, das im ehemaligen städtischen Rathaus untergebracht war. Das Gefängnis war in einem fiskalischen Gebäude. Im Jahre 1840 erbaute die Stadt ein neues Geschäftsgebäude und übereignete es dem Justizfiskus unentgeltlich.

Preußisches Provinzialrecht

Land- und Stadtgericht Tecklenburg

Bereich 1823: Die Städte Tecklenburg, Cappeln und Lengerich neben ihren Kirchspielen, und die Kirchspiele Ledde, Leeden, Lotte, Wersen, Ladbergen und Lienen.

  • Besetzung 1823
    • Land- u. Stadtrichter Hr. Hoffbauer
    • Assessor: Hr. F. W. Kerstein
    • Assessor: Hr. Schierenberg
    • Assessor: Hr. Wesemann
    • 1823 Aktuar Hr. Lemke
    • 1823 Aktuar Hr. Contzen
    • 1823 Rendant Hr. Neuhaus
    • 1823 Kalkulator u. Kanzlist Hr. Heidemann
    • 1823 Kanzlist Hr. Behmer
    • 1823 Kanzlist Hr. Wruck
    • 1823 Justizkommissar Hr. Rump
    • 1823 Justizkommissar u. Notar Hr. Berckrmeyer

Land- und Stadtrichter

  • Direktor: Lampe (1836/37-1841/42, s. 1838 Dir.)
  • Direktor: Herzbruch (1841/42-1846/47)
  • Direktor: Dyckerhoff (1846/47-1849)
  • Land- und Stadtrichter: Hoffbauer (1815-1824/29)
  • Land- und Stadtrichter: Kerstein Ass. (1815-1846/47)
  • Land- und Stadtrichter: Rumpf Ass. (1815-1818)
  • Land- und Stadtrichter: Schindler Ass. (1818/1819)
  • Land- und Stadtrichter: v. Hülst Ass. (1818, 1819)
  • Land- und Stadtrichter: Schierenberg Ass. (1819-?)
  • Land- und Stadtrichter: Wesemann (zw. 1821 u. 1829)
  • Land- und Stadtrichter: Melchers (1824/9-1836/37)
  • Land- und Stadtrichter: v. Schlebrügge (1824/29-3834)
  • Land- und Stadtrichter: Haenel KGAss. (1834-1837)
  • Land- und Stadtrichter: Brickwedde Ass. (1834-1841/42)
  • Land- und Stadtrichter: Körte OLGAss. (1835-1839)
  • Land- und Stadtrichter: Dyckerhoff OLGAss. (1836/37-1839/40)
  • Land- und Stadtrichter: Brüning OLGAss. (1839/40-1845)
  • Land- und Stadtrichter: v. Diepenbrook-Grüter (zw. 1839 u. 1842)
  • Land- und Stadtrichter: Hentze (1839/40-1849)
  • Land- und Stadtrichter: Geisberg OLGAss. (1841/42-1849)
  • Land- und Stadtrichter: Greiff OLGAss. (1843-1844)
  • Land- und Stadtrichter: te Peerdt OLGAss. (1846/47-1849)
  • Land- und Stadtrichter: Würmeling OLGAss. (1846/47-1849)

Kreisgericht Tecklenburg

Im Jahre 1849 wurde das Gericht in ein Kreisgericht umgewandelt, das Gerichtskommissionen in Ibbenbüren unterhielt. Diese wurden zeitweilig zu einer Gerichtsdeputation zusammengefasst. Untergebracht war das Gericht in dem gleichen Gebäude wie vorher. Das etwa 100 m vom Kreisgericht entfernt liegende Gefängnisgebäude wurde von der Stadt dem Justizfiskus ebenfalls unentgeltlich übereignet. Stadtverwaltung, Bürgerschaft und Kreisverwaltung bemühten sich lange Zeit, den Abbruch dieses häßlichen Gefängnisgebäudes, eines "Schandflecks der Stadt", zu erreichen. Gerichtstage hielt das Kreisgericht ab in Bevorgern, Cappeln, Hopsten und Lienen.

  • Direktor: Dyckerhoff (1849-1866),
  • Direktor: Fisch, Mitglied d. Abg. Hauses (1866-1879)
  • Kreisrichter: Offenberg (1849/50-1865)
  • Kreisrichter: Fisch (1849/50)
  • Kreisrichter: te Peerdt (1849-1855)
  • Kreisrichter: Moeger (1849-1861)
  • Kreisrichter: Meyer (1855-1859)
  • Kreisrichter: Brüning, Georg - Mitgl. d. Abg. Hauses (1859-1870)
  • Kreisrichter: Cremer (1859-1877)
  • Kreisrichter: Tümler (1862-1867)
  • Kreisrichter: Holtmann (1868-1870)
  • Kreisrichter: Krawinkel (1867-1879)
  • Kreisrichter: Meyer Karl Jul. (1866-1873)
  • Kreisrichter: Caspers (1869-1873)
  • Kreisrichter: Essing (1876-1879)
  • Kreisrichter: Hanow (1876A877)
  • Kreisrichter: Coenen (1876-1879)
  • Kreisrichter: Wippermann (1877-1879)
Amtsgericht
2014: Amtsgerichte im Landgerichtsbezirk Münster

Amtsgericht Tecklenburg

Im Jahre 1879 erhielt Tecklenburg ein Amtsgericht, das 1957 Gerichtstage abhielt in Ladbergen, Lienen und Westernkappeln. [1]

  • Amtsrichter/Amtsgerichtsrat: Bucholz (1908-1933)
  • Amtsrichter/Amtsgerichtsrat: Schlüter (1933-1949)
  • Amtsrichter/Amtsgerichtsrat: van Husen (1936-1939)
  • Amtsrichter/Amtsgerichtsrat: Heerhaber (1939 -?, ab 01.06.1953 OAR)
  • Amtsrichter/Amtsgerichtsrat: Trockels (1950-?
  • Amtsrichter/Amtsgerichtsrat: Kuck (1953-)

Archiv

  • Kreisgericht Tecklenburg, Bestandsgeschichte:
    • Laufzeit : 1816-1879; Inhalt : Justizverwaltung, Zivilprozesse, freiwillige Gerichtsbarkeit, Personenstand, Vormundschaft und Nachlass. Umfang : 100 Akten (18 Kartons), Findbuch Q 451.
    • Laufzeit : 1849-1879; Inhalt : Deponierung von letztwilligen Verfügungen im Rahmen der Zuständigkeit der Kreisgerichte 1849-1879 für freiwillige und präventive Rechtssicherung. Umfang : 1608 Akten (49 Kartons), Findbuch Q 451t.
  • Amtsgericht Tecklenburg, Bestandsgeschichte:
    • Laufzeit : 1856-1984; Inhalt : General- und Verwaltungsakten, Registersachen (Handel, Prokuren, Genossenschaften, Vereine), Kirchenaustritte, Personenstandssachen, Vormundschaften, Nachlasssachen, Personenstandssachen, Handlungen der freiwilligen Gerichtsbarkeit, Pflegschaften, Vaterschaftssachen, Liegenschaften, Grundbuchsachen, Erbhofakten. Umfang : 157 Akten (39 Kartons), Findbuch Q 571.
    • Laufzeit : 1877-1907; Inhalt : Testamente. Umfang : 1561 Akten (45 Kartons), Findbuch Q 571t.
    • Inhalt : Grundakten. Umfang : 8606 Akten (ca. 1519 Kartons), Findbuch Q 571g.

Anerbengericht Tecklenburg

  • Anerbengericht Tecklenburg, Bestandsgeschichte:
    • Laufzeit : 1933-1947; Inhalt : Erbhofakten. Umfang : 280 Erbhofakten (56 Kartons), Findbuch Q 612.
      • Literatur : Errichtung der Anerbengerichte durch Reichserbhofgesetz vom 19.09.1933 (RGBl. I, S. 685), s.a. Bäuerliches Erbhofrecht vom 15.05.1933, Pr.Ges.S.S. 165; Landeserbhofgericht befand sich in Celle; Aufhebung der Erbhofgesetze und Einführung neuer Bestimmungen über land- und forstwirtschaftliche Grundstücke durch Gesetz Nr. 45 der Britischen Militärregierung vom 20.02.1947.

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Quelle: Oppenheim, Karl:Das Gerichtswesen im Münsterland (1954)
  2. Quelle: Statistisches Jahrbuch des Ober-Ems-Departements (1812))
  3. Quelle: Schlüter, Clemens August: Provinzialrecht der Grafschaft Tecklenburg und der Obergrafschaft Lingen...- (Leipzig 1830)

Weblinks

Offizielle Webseiten

Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

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