Die Deutschen Personennamen/039

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Die Deutschen Personennamen
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von: im Nibelungenliede Hagen von Tronje, Volker von Alzeie, Rüdiger von Bechlaren, Dietrich von Bern, unter den mittelalterlichen Dichtern Wolfram von Eschenbach, Gottfried von Straßburg, Konrad von Würzburg. Oft steht noch der Artikel: Walter von der Vogelweide, von der Hagen, von der Tann, in Berchtesgaden als bäuerlicher Name Vonderthann, von dem Borne, von dem Busche, vom Berge (Du Chatel, De-la-vigne).

Statt „von“ werden auch andere Präpositionen gebraucht: Auff'm Ort (Ort-: vorspringende Ecke), aus dem Winkel (adlig), zum Winkel (bürgerlich), Freiherr vom und zum Stein.

Wir sind heute gewöhnt, dieses „von“ als besonderes Zeichen des Adels zu betrachten; das ist in alter Zeit durchaus nicht der Fall. Es bezeichnet einfach die Herkunft aus einem Ort und die Zugehörigkeit zu diesem. So lebt es auch, noch heute in der Sprache. Wir sprechen von Adalbert von Prag, Peter von Amiens, der Jungfrau von Orleans und dem Trompeter von Säckingen.

Unter den älteren Namen sind z.B. bürgerlich Gottfried von Straßburg und Konrad von Würzburg, Thomas von Kempen (a Kempis), Erwin von Steinbach, Erasmus von Rotterdam. So braucht das „von“ auch Luther in seiner Bibel, um die Herkunft zu bezeichnen, wo wir heute „aus“ sagen würden.: Joseph von Arimatihia. In derselben Weise sagt man noch heute in vielen Teilen Deutschlands: Wilhelm Schneider von Basel.

So wird denn dieses „von“ in alter Zeit wie bei Adligen auch beim Bürger und Bauer gebraucht. In den Namen von Falkenstein, sagt Socin, teilen sich alle sozialen Schichten: Hochadel, Ritter, Bürger, Bauern. Auch beim Bürger und Bauer sind solche Namen in der Zeit der Entstehung der Familiennamen häufig, denn im 13. Jahrhundert findet ein starkes Hin- und Herwandern der Bevölkerung statt, wenn auch nur auf engerem Gebiet. So kommt in Breslau der Name von Kanth in dieser Zeit oft vor, nach der drei Meilen entfernten kleinen Stadt. Socin führt viele Namen von Landleuten mit „von“ an, auch aus der heutigen Zeit (629). Wir erinnern uns dabei an die Landleute im Tell: Arnold von Melchtal, Heinrich von der Halden, Meier von Sarnen, Struth von Winkelried. Noch heute gibt es viele nichtadlige Namen mit von. Die preußische Rangliste unterscheidet sie so, daß bei adeligen Namen